Packen für den Törn, Yachtcharter | © BillionPhotos.com

Packen für den Törn

Was gehört beim Törn eigentlich ins Gepäck? Welche Tipps und Tricks sind fürs Packen bei einem Chartertörn wirklich nützlich und wass kann gemeinschaftlich gepackt werden ?

Ich muss zugeben – das Thema „Packen“ hört sich im ersten Moment etwas langweilig an. So viele Tipps kann es da doch gar nicht geben würde man meinen. Diejenigen unter Ihnen, die schon viele Törns hinter sich haben, werden sicher schon eine eigene Routine entwickelt haben. Aber – man lernt ja schließlich nie aus, und vielleicht können auch die erfahrenen Chartersegler den einen oder anderen Tipp gebrauchen.

Wir sollten erst mal mit dem Gegenstand anfangen, in welchem Sie Ihr Gepäck verstauen. Ich sage bewusst nicht „Koffer“, da Sie es tunlichst vermeiden sollten, einen Koffer – noch schlechter: einen Hartschalenkoffer- mit auf Ihren Törn zu nehmen. Dieser lässt sich auf einem Segelschiff meist nur sehr schwer verstauen und selbst wenn Sie unter dem Bett oder sonst wo untergebracht werden, fliegen sie in der Regel bei jeder Welle von einer Bordwand an die Andere. Anfänger Chartercrews geben sich bereits bei Ankunft im Hafen dadurch zu erkennen, dass Sie mit einem Hartschalenkoffer anreisen. Inzwischen gibt es auch große Taschen mit Rollen und einem Bügel zum Hinterherziehen. Auf diesen Luxus muss man also auch nicht verzichten. Die Taschen lassen sich dann einfach verstauen und sind nicht sperrig.

Auf den Inhalt kommt es an

Man versucht ja immer so wenig wie möglich mitzunehmen und ist auch aufgrund der Gewichtsbegrenzung pro Koffer bei den Flügen immer angehalten, auf jedes Kilo zu achten . Was die Bekleidung betrifft, so ist es tatsächlich fast immer so, dass man auf dem Törn selten all die Sachen anzieht, die man mitgenommen hat. Beschränken Sie sich so gut es geht auf das Wesentliche.   Ich persönlich halte ehrlich gesagt wenig von den im Netz kursierenden Packlisten, die einem vorschreiben, wie viele T-Shirts und wie viele Hosen man mitnehmen soll. Das ist Schwachsinn. Ich denke, dass das selbsterklärend ist und natürlich spielt hier auch das Reiseziel und die Reisezeit eine wichtige Rolle. Packen Sie 90% Ihrer Kleidung entsprechend den zu erwartenden klimatischen Bedingungen ein. Die restlichen 10% sind für die Exrembedingungen, die aber aller Voraussicht nach nicht eintreten werden. Daran halte ich mich persönlich und fahre auch ganz gut damit.

Packen in der Crew

Bei einem Segeltörn gibt es – in Bezug auf das Packen – einen großen Unterschied zu einem – ich will mal sagen – normalen Urlaub. – man reist in der Gruppe. Das bedeutet, dass es einige Utensilien gibt, die man auch gemeinschaftlich nutzt. Man kann – und sollte sich – also im Vorfeld zusammensetzen und absprechen, wer eventuell was für die Gemeinschaft mitnehmen sollte.

Man sollte also bei einem der Crewtreffen einen gemeinsamen Packplan erstellen. Und hier sollte man all das notieren, was man in der Gemeinschaft nutzen möchte. Viele Crews legen zum Beispiel Wert auf eine gut sortierte Kombüse. Gerade dann, wenn man vor allem an Bord kochen möchte, dürfen natürlich die speziellen Gewürze und vielleicht auch mal ein gutes Küchenmesser, keinesfalls fehlen.

Segelcrew, Crew | © Mirko
Eine Crew – alles dabei

In diesem Zusammenhang möchte ich im Folgenden kurz die Gegenstände nennen, die ich auf meinen Törns immer als gemeinschaftliche Gegenstände in der Crew aufteile.

Da wäre zum einen eine gut sortierte, für allgemeine Beschwerden ausgelegte 1. Hilfe Box. Diese sollte Verbandsmaterial, Schmerzmittel, Augentropfen, Tape, Eine Salbe für Prellungen und eine für Schürfwunden beinhalten. Außerdem gehören hier eine gute Schere, Durchfallmittel und Magentropfen, sowie etwas gegen Übelkeit hinein. Jeder einzelne sollte darüber hinaus natürlich die Medikamente einpacken, die er für sich im Speziellen benötigt.

Ein weiteres, der Gemeinschaft in gleichem Maße zugute kommende Utensil ist ein gutes Revierhandbuch. Meist beschäftigt sich zwar nur der Skipper mit den Hafenhandbüchern und oft sind diese ja auch auf den Yachten vorhanden. Aber teilweise nur in englischer Sprache. Ausserdem ist es schön, wenn man schon im Vorfeld bei den Crewtreffen anhand des Hafenhandbuches einen Törn visualisieren und planen kann.

Auf einem Segeltörn hat man Zeit und man ist mit Menschen zusammen, die man gerne um sich hat. Ein Gesellschaftsspiel kann hier verdammt viel Spaß bringen. Man sollte sich also auch hier im Vorfeld Gedanken darüber machen, wer, welche Spiele und Karten mitbringt, damit man am Ende nicht 2 gleiche Spiele dabei hat.

Auch beim Thema Campinglampe bin ich inzwischen der Meinung, dass man diese selbst mitbringen sollte. Die meisten Charteryachten haben zwar eine an Bord. Aber wenn diese nicht funktioniert oder wenn es eben doch keine geben sollte, dann ärgert man sich nur darüber, dass man nicht seine eigene mitgenommen hat.

Was inzwischen auf meinen Törns auch nicht mehr fehlen darf ist eine Hängematte! Damit meine ich nicht die herkömmlichen Netzhängematten, sondern die leichten, meist aus Fallschirmstoff hergestellten Teile, die ganz klein und leicht sind und in einem kleinen Täschchen geliefert werden. Diese Ruhespender sind genial. Man kann Sie an Bord zum Beispiel zwischen Mast und Genuaaufhängung befestigen und sich somit eine traumhaftet Liegemöglichkeit schaffen. Und wenn keiner der Crewmitglieder so eine Hängematte besitzt, dann rate ich Ihnen tatsächlich, eine zu kaufen. Ich habe meine in einem international bekannten Sportdiscounter für nicht einmal 20,-€ gekauft. Hier der Link dazu

Yachtcharter Hängematte relaxen | © Dudarev Mikhail
Für mich gibt’s keinen Törn mehr ohne meine Hängematte!

Was auch auf jeden meiner Törn mit muss, ist eine Blutooth Box. Also ein Lautsprecher, der sich kabellos mit einem Handy verbindet und dessen Musik abzuspielen. Diese Box kann man mit nach vorne an den Bug oder auch mit an Land nehmen. Und wenn abends die Bordbatterie nicht belastet werden soll, kann man damit auch die Musikanlage der Yacht ersetzten. Die Boxen gibt es inzwischen in allen Preis und Qualitätsklassen und sogar wasserfest. Der andere Vorteil ist der, dass Heutzutage ohnehin fast jeder seine Lieblingsmusik auf dem Hany hat. Man spart sich also die Mitnahme zahlloser CDs und außerdem kann man jedes Handy mit der Box koppeln oder man nimmt einfach einen MP3 Player, den man nämlich auch per Kabel an den Lautsprecher anschließen kann.  Einer in der Crew hat mit ziemlicher Sicherheit so einen Lautsprecher.

Was mir noch sehr wichtig auf einem Törn ist, ist ein sogenanntes Multitool Werkzeug. Ein etwas globigeres Taschenmesser, welches neben Messer, Zange und Feile auch noch verschiedene Schraubenzieher und auch eine Säge beinhaltet. Die Schiffe haben zwar immer einen Werkzeugkoffer an Bord aber diese sind mal gut und mal nicht so gut ausgestattet und zudem meist irgendwo unter einem Sitz verstaut. Es kommt öfter mal vor, dass man mal auf die Schnelle eine Zange oder einen kleinen Schraubenzieher benötigt und dann will nicht erst nach dem Werkzeugkoffer suchen müssen. Ich habe hier einen Letherman Wave, den ich mir zu meinem Geburtstag habe schenken lassen.

 

Das sollte mit ins Gepäck!

Kommen wir nun zu ein paar Dingen, die aus meiner Sicht jedes Crewmitglied mit einpacken sollte.

Fangen wir auch hier mit den wichtigen Sachen an. Sonnenbrille und Kopfbedeckung sind ein absolutes Muss! Und wer beim Segel setzen keine Schwielen und Blasen riskieren möchte, der sollte sich seine Fahrradhandschuhe mit einpacken. Wem mal die Genuaschot durch die Finger gerutscht ist, der weiß von welchen Schmerzen ich spreche – und das Salzwasser macht es nicht besser….

Natürlich dürfen Handy, Aufladegerät und Kopfhörer auch nicht fehlen. Wer ein E-Book hat, sollte sich im Vorfeld noch ein Buch herunterladen. Es gibt nichts ärgerlicheres als auf dem Törn das aktuelle Buch gelesen zu haben und dann aber aufgrund fehlendem Internet, keine Möglichkeit zu haben, ein neues Buch downloaden zu können. Wer Bücher in Papierform bevorzugt, sollte sicherheitshalber einfach noch ein neues Buch mit einpacken. Ich habe es schon oft erlebt, dass jemand der eigentlich gar nicht so viel liest, an Bord auf einmal zur Leseratte mutiert ist. Das liegt daran, dass man beim Segeln zu einer Ruhe kommt, die man im Alltag einfach nicht kennt. Und auf einmal hat mein Zeit…

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Die Acioncam gehört mit ins Gepäck

Wer eine wasserfeste Acitonkamera hat, muss diese natürlich auch mit ins Gepäck packen. Diese sind inzwischen sehr einfach zu bedienen und machen hochwertige Bilder und Videos. Die neue GoPro Hero 5 ist hier sicher eines der Top Modelle aber es gibt auch schon Kameras für weit unter 100,-€ die einen guten Job machen.

Ganz wichtig: Wenn sie gerne schnorcheln, nehmen Sie sich unbedingt Ihre eigene Taucherbrille mit und vertrauen Sie nicht auf die sich an Bord befindliche Brille mit Schnorchel. Die passt Ihnen nämlich mit ziemlicher Sicherheit nicht und beschlägt zudem, sobald Sie unter Wasser sind. Und es wird Sie ärgern, wenn Sie in einer schönen Bucht vor Anker liegen und die Unterwasserwelt nur deshalb nicht erkunden können, weil die Taucherbrille an Bord nix taugt.

Was ich auch immer mit in meine Tasche packe sind Gefrierbeutel, die man zuzippen kann. Die gibt es meistens in einem Pack, in dem sich mehrere befinden. Ich brauche diese nicht, um etwas einzufrieren. Ich nehme diese um zum Beispiel mein Handy hineinzulegen, wenn wir mit dem Dinghy an Land fahren oder wenn es regnet und ich das Telefon dennoch an Deck haben möchte. Oder aber man kauft sich ein ein Set Zip Beutel, die ein paar Euro mehr kosten aber auch etwas qualitativer sind. Hier ein Link dazu.

Und wenn wir schon beim Handy sind empfehle ich auch jedem, eine sogenannte Power Bank mitzunehen. Das ist ein mobiler Akku, den man je nach Kapazität dazu nutzen kann, sein Handy oder andere elektronische Geräte wie Kamera oder Akkuleuchten, mehrere Male aufzuladen. Inzwischen gibt es sogar Modelle, die sich über Solar aufladen. Hier ein Beispiel. Perfekt für den Törn!

All diese von mir beschriebenen Utensilien sind für viele sicherlich hilfreich und nehmen auch nicht viel Platz weg. Aber am Ende legen wir natürlich auch auf unterschiedliche Dinge wert und nicht jeder benötigt das, was für einen Anderen vielleicht essentiell ist.

Mein Rat ist es, sich einfach im Vorfeld die Zeit zu nehmen wenn es darum geht, was man mit auf den Törn nehmen möchte. Machen Sie sich Gedanken darüber, welche Dinge Sie in der Crew gemeinschaftlich nutzen werden und überlegen Sie, auf was Sie persönlich in Ihrem Urlaub nicht verzichten wollen.

Der Blogbeitrag in erweiterter Form als Hörbuch

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