Katamaran und Yacht vor Anker | © Luftbildfotograf

Segelyacht oder Katamaran ?

„Was ?! Einen Katamaran? – Auf keinen Fall! Ich will doch segeln gehen“! Diese Aussage erhält man als Agentur nicht selten, wenn man bei einer Kundenanfrage nachfragt, ob eventuell auch ein Katamaran in Frage kommen würde. Aber warum eigentlich? Auf der anderen Seite gibt es Kunden, die der Segelyacht den Zweirümpfer vorziehen. Da stellt sich die Frage: Segelyacht oder Katamaran? Was genau sind denn die Vor- und Nachteile eines Katamarans im Gegensatzt zu einer Segelyacht? Was spricht denn für den Mehrkufer und welche Aspekte sprechen eventuell für einen Einrümpfer? Sind die Unterschiede wirklich so groß?

 

Wer segelt besser?

Segelyacht Regatta
In Sachen Performance unschlagbar | der Einrümpfer

Fangen wir doch gleich mal mit dem Vorwurf einiger Yachtsegler an, dass man mit einem Kat nicht richtig segeln könne.
Das ist so natürlich nicht ganz richtig. Der Kat segelt bei Halbwind bzw. Raumschot in der Regel sogar um einiges flotter als ein gleichlanger Einrümpfer. ABER – Wenn es hart an den Wind geht, kommt der Katamaran tatsächlich schnell an seine Grenzen. Es gibt zwar auch Modelle die jeweils ein nach unten schwenkbares Schwert an den Kufen haben – aber an die Performance einer Segelyacht, kommen auch diese Modelle nicht ran. Die Segelyacht zieht aufgrund des langen Ruders und der damit einhergehenden Kursstabilität am Mehrrümpfer vorbei.

Das Segelfeeling

Außerdem muss man zugeben, dass man auf einer Segelyacht allein aufgrund der Schräglage ein viel intensiveres Segelfeeling hat, als auf einem Kat. Jeder Druck im Segeln macht sich in der Krängung bemerkbar. Während der Skipper bei einer Segelyacht seine Segel aufgrund der Schräglage „nach Gefühl“ setzen kann, so muss der Kapitän des Katamarans immer die Windstärkenanzeige im Auge behalten und dementsprechend seine Segel einholen bzw. die Fläche vergrößern. Wir können also festhalten, dass der Katamaran zwar gut segelt aber das Segelfeeling und der segelsportliche Aspekt nicht so sehr gegeben ist, wie bei einem Einrümpfer.

Die Bedienbarkeit

Segelyacht anlegen | © cby
Die Yacht ist schwieriger zu manövrieren als ein Kat.

Die Wahrheit ist: Ein Katamran ist einfacher zu manövrieren als eine Segelyacht, selbst wenn diese mit einem starken Bugsrahlruder ausgestattet ist. Der Grund dafür ist ganz einfach: Der Katamaran hat zwei Motoren, die sich unabhängig voneinander bedienen lassen. Wenn ich also Steuerbord Schub voran gebe und Backbord den Rückwärtsgang einlege,-dann dreht das Schiff auf der Stelle gegen den Uhrzeigersinn. Ich fahre also gemächlich bis zu meiner mir zugewiesenen Lücke in der Marina, stoppe auf und drehe den Kat dann auf der Stelle, bis das Heck in die Lücke weist. Dann schalte ich beide Motoren in den Rückwärtsgang und lege in Ruhe an. Dieser Punkt geht definitiv an den Zweikufer – bzw. wir halten fest, dass man keine Angst vor der Bedienung haben muss 😉

Der Charterpreis

Yachtcharter Katamaran in der Marina | © xbrchx
Auch der Liegeplatz für Kats ist teurer.

Ein Kat kostet einfach mehr – nicht nur in der Anschaffung, sondern eben auch in der Charter. Auch wenn man hier nicht pauschal sagen kann um wie viel Prozent ein Kat gleicher Länge mehr kostet als ein Monohull, so kann man doch mit zusätzlichen 50 bis 100 Prozent rechnen. Es gibt natürlich immer wieder Angebote die die Ausnahmen bestätigen aber Grundsätzlich gilt, dass ein Törn mit einem Kat mehr kostet. Auch muss man mit einem Katamaran höhere Liegegebühren in den Häfen zahlen, da man ja das Einandhalbfache an Platz für sich benötigt. In Punkto Preis geht der Punkt sicherlich an die Segelyacht, die sowohl im Charterpreis als auch bezüglich der Liegeplätze und zum Beispiel auch in Punkto Endreinigungskosten günstiger liegt.

Das Platzangebot

Man muss sich wirklich nicht auskennen um auf den ersten Blick festzustellen, dass das Platzangebot auf einem Katamaran, dem einer Segelyacht weit überlegen ist. Der Kat bietet aufgrund seiner beiden Kufen und der Brücke in der Mitte sehr viel Raum. Auch das Netz im Bug, welches zwischen die beiden Kufen gespannt ist, und zum Sonnen und relaxen einlädt, bietet viel Platz. Ich würde sogar sagen, dass der Platz eines 45 Fuss Monohulls in etwa dem Platzangebot eines 38 Fuss Katamarans ran kommt. Und nicht mal das kommt ganz hin…

In den einzelnen Kabinen ist der Unterschied nicht ganz so extrem. Hier sind die Monohulls -abgesehen von den Stockbettkabinen – nicht viel kleiner als die Kabinen in den Kufen der Katamarane. Im Salon hat bei gleicher Rumpflänge auch wieder der Katamaran die Nase vorn. Nicht zuletzt deswegen, weil dieser bei offener Tür zum Cockpit seine Fläche aufgrund der ebenerdigkeit, einfach mal optisch vergößert. Auch die Tatsache, dass die Fenster im Salon des Katamarans rundherum führen und einem einen Rundumblick über das Meer geben, gibt dem Ganzen einen großzügigen Touch. Wir können es nehmen wir wollen – In Punkto Platzangebot ist der Katamaran nicht zu schlagen.

Der Tiefgang

Katamaran am Strand | © Gamut
Der Kat kommt näher an den Strand

Ein weiterer Unterschied der Beiden Typen – ist der Tiefgang. Während z.B. ein 40 Fuss Katamaran gerade mal um die 1.20 Meter Tiefgang hat, kommt man bei einem Monhull schon auf knapp 2 Meter. Die Frage ist nur, ob das nun gut oder schlecht ist. Jemand, der Wert auf ein schnelles Schiff legt und richtig racen möchte, der wird eine Segelyacht mit viel Tiefgang bevorzugen. Wenn es darum geht recht nah an einen Strand zu fahren oder in einen kleinen Hafen mit geringer Wassertiefe einzulaufen – dann ist der geringe Tiefgang von Vorteil. Für Jemanden, der also eher bequem unterwergs sein möchte und nicht weit zum Ufer schwimmen will – wäre der Kat somit die bessere Entscheidung. Ich würde sagen – unentschieden..

Das Schaukeln

Ein letzter Punkt, der oft von weiblichen Katamaran Fans genannt wird ist der, dass der Kat Nachts nicht so schaukelt wie ein Einrümpfer. Das stimmt wohl. Denn aufgrund der zwei Kufen liegt das Schiff einfach ruhiger im Wasser und kann sich auch nicht aufschaukeln. Das ist natürlich auch während des Segelns der Fall. Aufgrund der fehlenden Schräglage kann man meist sogar – wenn es nicht gerade meterhohe Wellen hat – sein Glas auf dem Tisch stehen lassen. Also könnte man auch diesen Punkt dem Kat zuschreiben.

Fazit Katamaran gegen Segelyacht

Der leidenschaftliche Segler, der mit seiner Männercrew um jeden Knoten Geschwindigkeit kämpft, wird sicher keinen Katamaran chartern. Und die Crew, die viel Wert auf Platz legt und dafür auch gerne ein paar Euro mehr zahlt, wird wohl eher den Katamaran bevorzugen.

Es gibt natürlich auch Reviere, die wir als sogenannte „Katamaranreviere“ bezeichenen. Das sieht man schon daran, dass es hier viel mehr Katamarane im Angebot zur Charter gibt, als Monohulls. Zum Beispiel die Seychellen oder die Karibik. Hier laufen die Ufer seicht ins Wasser und mit einem Katamaran kann man tatsächlich bis fast an den goldenen Strand fahren, während man mit dem Monohull weiter draußen ankern muss.

Yachtcharter Katamaran und Segelyacht vor Anker | © KarenWibbs
Die Wahrheit ist, dass es keinen klaren Gewinner gibt. Beide haben Ihre Vor- und Nachteile

Im Gegensatz dazu werden Sie in der Bretagne und auf den Kanaren so gut wie keinen Katamaran vorfinden. Das sind Reviere mit gutem Segelwind, bei dem ein Monoull seine Vorteile besser zur Geltung bringen kann als ein Katamaran. Für mich persönlich gibt es tatsächlich keinen Gewinner. Wenn ich richtig Urlaub mit meiner Familie machen will und Platz für mich ein wichtiger Punkt ist– dann ist ein Katamaran für mich die erste Wahl. Wenn ich mit meinen Jungs unterwegs bin und wir auch mal ein wenig Action haben wollen, dann geht nichts über eine Segelyacht. Und für die, die sich von Ihrem Törn etwas zwischen diesen beiden Extremen erhoffen… ganz ehrlich – für die kommen beide Schiffstypen gleichermaßen in Frage. Probieren Sie es einfach mal aus.

In diesem Sinne – viel Spaß bei der Planung Ihres nächsten Törns und der Auswahl Iherer Yacht – bzw. Ihres Katamarans.

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Fotonachweise von oben nach Unten:
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